HC Rhein Vikings unterliegt VfL Lübeck-Schwartau mit 27:33

2. März 2019
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Beim Debüt von Torhüter Paul Dreyer in der 2. Handball-Bundesliga verlieren die Rhein Vikings nach starker erster Halbzeit letztlich mit 27:33 (13:14) gegen VfL Lübeck-Schwartau.

„Ich habe großen Respekt vor Jörg Bohrmann und seiner Arbeit hier. Mit den geringen Mitteln stellt er eine Mannschaft auf die Platte, die weiterhin viel Qualität hat.“ resümiert Gästetrainer Torge Greve nach dem Spiel. Aber nur im ersten Durchgang war es wirklich ein Spiel auf Augenhöhe.

Zwar gingen die Gäste schnell durch einen Tempogegenstoß von Finn Kretschmer und einen Siebenmeter von Thees Glabisch mit 0:2 in Führung (4. Minute), allerdings ließen sich die Hausherren nicht abkochen und hielten mit einer offensiven 3:3-Abwehr dagegen. „Ich hab ja schon öfter gegen Torge gespielt, ich wusste, dass die offensive Deckungsvariante ein gutes Mittel gegen seine Mannschaft ist“ so Jörg Bohrmann nach dem Spiel. So konnten die Vikings in Überzahl nach Toren von Nils Artmann und Niklas Weis zum 2:3 aufschließen (7. Minute). In der Folge ließen beide Mannschaften mehrfach große Chancen liegen. Auf Seiten der Vikings waren es unter anderem Philipp Pöter und Bennet Johnen, die freie Würfe ungenutzt ließen. Dennoch war es Bennet Johnen, der nach tollem Zuspiel von Christian Hoße in der 14. Minute den 7:7-Ausgleich erzielte. Auch der junge Paul Skorupa spielte eine starke Partie und sorgte in der 15. Minute für die erste Führung der Hausherren (8:7).  Dieser Rückstand spornte die Gäste aber förmlich an, die anschließend mit einer 4:0-Serie auf 8:11 erhöhten und somit das erste Mal einen höheren Vorsprung etablierten. Jörg Bohrmann zog das erste Mal die Grüne Karte (20. Minute) und wechselte den jungen Paul Dreyer ein, der mit seinen 17 Jahren sein 2. Handball-Bundesliga-Debüt feierte und insgesamt vier Paraden verbuchen konnte.

Nach einem Greve-Time-Out (24. Minute) kämpften sich die Gastgeber aber wieder zurück in das Match und schlossen durch Tore von Paul Skorupa, Brian Gipperich und Philipp Pöter auf 13:14 auf. Kurz vor der Pause gab es noch einmal Diskussionsstoff: Toni Podpolinski führt Sekunden vor der Pausensirene einen Freiwurf schnell aus, trifft dabei Paul Skourpa in einer ganz unangenehmen Region und kassiert dafür die Rote Karte. Zwar darf man Toni dabei keine Absicht unterstellen, dennoch trägt Podpolinski bei der Ausführung eines Freiwurfes die Verantwortung den Gegenspieler nicht zu gefährden, welcher er in dieser Situation nicht nachkam.

In der zweiten Halbzeit konnten die Gäste dann sofort die Zügel anziehen und mit einer 5:2-Serie entscheidend davon ziehen. „In den letzten Spielen kam irgendwann der Punkt, an dem die Leistung bei den Vikings nachließ. Deshalb habe ich versucht die Kräfte meiner Spieler etwas zu verteilen“ lässt Torge Greve nach dem Spiel in seine Taktik blicken. Die Vikings fanden in dieser Phase nicht den Weg, sich als Mannschaft dagegen zu stellen. „Wir waren in der Abwehr nicht entschlossen genug. Auch habe ich in manchen Situationen die Aktionen meiner Torhüter vermisst“ stellt Bohrmann klar. Nach 45. Gespielten Minuten war die Gäste-Führung das erste Mal auf sechs Tore angewachsen (18:24).  Diese Führung gab Lübeck-Schwartau auch nicht mehr aus der Hand. In der 46. Minute war es Tobas Middell mit seinem Debüt-Tor in der 2. Handball-Bundesliga, der zuerst auf 19:24, zwei Minuten später gar auf 21:25 verkürzen konnte. Insgesamt warf der junge Wikinger seine ersten drei Tore. Auch Steven Kurth kam am Ende zu seinen Einsätzen. Leider rutschte er in einer Aktion in den Gegenspieler Finn Kretschmer, der unglücklich zu Boden ging und sich dabei verletzte. Wir wünschen dem Spieler eine gute Besserung und eine schnelle Genesung. Den Schlusspunkt aus Vikings-Sicht setzte Christian Hoße eine halbe Minute vor dem Ende mit dem 27:32, Thees Glabisch erhöht mit der Schlusssirene noch einmal zum 27:33-Endstand.

Jörg Bohrmann zeigte sich im Anschluss gewohnt kritisch: „Wir haben zu viele Möglichkeiten liegen lassen. Wir sind noch eine junge Mannschaft, aber von manchen Spielern erwarte ich in bestimmten Situationen mehr Entschlossenheit. 35 Minuten halten wir gut mit, dann lassen die Kräfte aber nach“ Auch auf die ersten Tore von Tobias Middell blickt der Coach zwiegespalten: „Natürlich freue ich mich für ihn, das ist das Ergebnis von harter Arbeit. Aber ich weiß, dass er noch viel mehr auf dem Kasten hat. Ich wünsche mir, dass er bald mehr von seinem großen Potenzial zeigen kann.“ Auch für Paul Dreyer freut sich der Trainer: „Es ist sein erstes Spiel in der 2. Handball-Bundesliga gewesen, natürlich muss er da erst einmal ein gewisses Selbstvertrauen aufbauen. Er hat vier Parade gezeigt und ein gutes Spiel gemacht. Mit etwas mehr Erfahrung wird er in Zukunft auch noch mehr Bälle halten.“

Torge Greve (Trainer VfL Lübeck-Schwartau): „Ich bin ziemlich froh, dass wir dieses Spiel hier heute gewonnen haben. Jörg Bohrmann hat uns das Leben mit der offensiven Deckung sehr schwer gemacht. Mit der Inkonsequenz meiner Mannschaft im Abschluss bin ich nicht zufrieden, wir haben zu viele freie Würfe liegen lassen.“ Zu der Verletzung von Finn Kretschmann äußerte sich der Gäste-Trainer vorsichtig optimistisch: „Finn hat schon leichte Entwarnung gegeben, die Spieler haben in diesen Situationen ja das beste Gefühl für den eigenen Körper. Ich denke, dass es nicht der Worst-Case ist.“

HC Rhein Vikings: Mikkel Moldrup (3 Paraden), Nils Conrad (3 Paraden), Paul Dreyer (4 Paraden), Brian Gipperich (5), Christian Hoße (4/1), Nils Artmann, Philipp Pöter, Paul Skorupa, Niklas Weis (jeweils 3), Bennet Johnen (2), Felix Handschke (1), Patryk Rutzki, Steven Kurth, Daniel Kuepper Ventura, Tobias Middell (3)

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